Geschichte

Original-Satzung von 1908

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte am 24. März 1908. Vorstandsgründungsmitglieder waren: Hausmann - Hauptmann und Gemeindevorsteher, Freitag - Spritzenzugführer, Hass - Steigerzugführer und Dabelstein - Schriftführer.

Durch die Kriegswirren sind Unterlagen unvollständig oder nicht vorhanden, nur durch mündliche Überlieferung sind einige Ereignisse weitergegeben worden.

In dem Wäldchen, gegenüber der Einfahrt zum Schloss Schulenburg, befand sich zur Gründungszeit das alte Spritzenhaus, hier wurde der Leiterspritzenwagen untergestellt. Die Zugpferde wurden vom Gut Schulenburg gestellt. Nach dem Zerfall des Spritzenhauses wurde der Leiterwagen erst im Rundstall auf Gut Hohenholz und danach auf dem Hof des Landwirtes Paul Martens untergestellt. Im Einsatzfall übernahm er den Hand- und Spanndienst.

 

Das 20jährige Bestehen ist erstmals bildlich festgehalten und zeigt die Wehr mit einem Leiterspritzenwagen vor dem Hof des Landwirtes Martens, heute Familie Udo Martens.

Von den 20er Jahren bis in die 50er Jahre existierte in der Gemeinde Schulenburg ein Feuerwehrmusikzug. Die Leitung hatte Friedrich Ramm, unter seinem Taktstab spielten - H. Langbehn jr. Und W. Ramm Trommel; H. Maak, K. Goosmann und B. Schäfer Tuba; K. Sandberg, H. Lüneburg, K. Lüneburg, K. Sandberg und H. Langbehn sen. Trompete; H. Ramm Tenor Horn; E. Schulze Posaune - zu vielen Festlichkeiten auf. Welches Instrument J. Heins spielte, ist nicht mehr bekannt. Außer den Feuerwehrbällen fand ebenfalls regelmäßig zu Pfingsten ein Ringreiten statt.

 

Nach dem Krieg erhielt die Wehr einen Tragkraftspritzen-Anhänger mit einer 2 Takt DKW Motorspritze. Durch diese Erneuerung bauten die Kameraden die Schulscheune zu einem Geräteschuppen um.

Mit dem Antritt des Wehrführers Adolf Dabelstein im Jahre 1951 ist der Werdegang der Feuerwehr umfangreicher dokumentiert. Die regelmäßigen Dienstversammlungen und Feuerwehrbälle wurden in der damaligen Gaststätte Bernhard Jansen abgehalten.

Am 4. Mai 1958 feierte die Feuerwehr ihr 50jähriges Bestehen, 21 aktive Kameraden zählte die Wehr zu diesem Zeitpunkt. Eingeladen wurden die Wehren aus Pölitz, Barkhorst, Klein Boden und Rethwischdorf. Der Umzug führte von der Gaststätte Jansen bis zur Weide von Paul Martens, auf der das Brandmanöver mit dem Brandobjekt Möllenbrook durchgeführt wurde. Danach ging es wieder zurück zum Festlokal. Ausgegeben wurden 100 Flaschen Bier und 5 Flaschen Korn. Der Eintritt für Feuerwehrkameraden betrug 1,-- DM für alle anderen Festteilnehmer 2,-- DM.

Noch im Oktober des gleichen Jahres erhielt die Feuerwehr eine neue Motorkraftspritze (TS 8/8) vom Typ Magirus Deutz. Sie ist ausgestattet mit einem VW Industriemotor, bei einer Förderleistung von 800 Liter pro Minute und einem Förderdruck von 8 bar. Die TS befand sich mit dem dazugehörigen Material auf dem Anhänger (TSA). Um zum Einsatzort zu gelangen, wurde ein Traktor davorgespannt, der von den Landwirten abwechselnd gestellt wurde.

 

Während der Flutkatastrophe 1962 in Hamburg unterstützen die Kameraden 3 Tage lang das Herrichten von Faschinen aus Tannenreisig auf dem Klingberg. Im gleichen Jahr begann der Schulerweiterungsbau, der im Sommer 1963 eingeweiht wurde. Durch das neue Schulgebäude hatte man die Möglichkeit an den Lehrergaragen eine eigene Feuerwehrgarage anzubauen. Für den Bau der Garage wurde, im Einvernehmen mit dem Bürgermeister, das Material von der Gemeinde gestellt. Die Eigenleistungen zum Erbauen sollten von der Feuerwehr erbracht werden.

Am 13. April 1964 wurden die ersten Arbeiten in Gang gesetzt und ein Jahr später am 8. Mai 1965 feierten die Feuerwehrkameraden mit den Gemeinderatsmitgliedern die Einweihung ihrer Feuerwehrgarage.An dem FF-Anhänger sind die Spuren der letzten Jahre nicht vorbeigegangen, so wurde beschlossen, die Wehr zu motorisieren. Im Oktober 1965 wurde das erste Fahrzeug, ein FORD-TRANSIT (10.000,-- DM), an die Feuerwehr übergeben. Diese Anschaffungen für die Wehr wurden unter dem Bürgermeister Hermann Jürs getätigt.Für den schnellen Einsatz, der Brandbekämpfung und zum Schutz des Löschtrupps, wurden 1971 von der Gemeinde drei Atemschutzgeräte angeschafft.

 

Am 25. September 1973 vernichtete ein Großfeuer das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Hans Dabelstein in Schwienköben. Zur Hilfeleistung kamen 12 Wehren aus den umliegenden Gemeinden zum Einsatz. Bis Anfang der 50er Jahre unterhielt Dabelstein die Kleiderkammer, wobei die restlichen Andenken und Erinnerungen verbrannten. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten noch bis zum 29. September.

Im gleichen Jahr wurde die Dorfschule geschlossen und die Schüler mussten jetzt mit dem Schulbus zur neu errichteten Dörfergemeinschaftsschule nach Bad Oldesloe fahren. Die leeren Klassenräume wurden der Feuerwehr und dem Handarbeitsclub zur Verfügung gestellt. Mit der guten Ausrüstung beschloss die Wehr, an den Leistungsbewertungen teilzunehmen. 1974 wurde die Leistungsbewertung "Bronzene Plakette" erfolgreich absolviert sowie deren Wiederholung 1975. Weiterhin prägte die Feuerwehr das kulturelle Leben in der Gemeinde Schulenburg, Veranstaltungen wie Herbstbälle, Laternenumzüge und Kappenfeste wurden regelmässig durchgeführt.

 

Am Freitag, dem 14. November 1975, schlägt für die Gemeinden Schulenburg und Pölitz eine "historische Stunde" im Rahmen der kommunalen Neuordnung: Im Bezirk Amt Bad Oldesloe Land unterzeichnen die Bürgermeister Hans Strampfer (Schulenburg) und Rudolf Mählmann (Pölitz) und deren Stellvertreter den Vertrag über die Zusammenlegung der Gemeinden mit dem Namen Pölitz; die Namen der Gemeindeteile bleiben erhalten. Dieser Vertrag trat am
1. Januar 1976 in Kraft.

Einsammeln von Altpapier. Vielen Mitbürgern ist diese Aktion bestimmt noch in guter Erinnerung. Ungefähr 120 Tonnen Altpapier wurden von den Kameraden in den 16 Jahren gesammelt und verladen. Sie endete 1992 durch die hohen Kosten des Abtransports und die umfangreiche Einführung von Papiercontainern. Ebenfalls mussten 1976 die drei Atemschutzgeräte aus Kostengründen abgegeben werden. Die Wehren Grabau, Neritz und Pölitz erhielten je ein Atemschutzgerät. Weiterhin richtete man den Wunsch an die Gemeinde, das Feuerwehrfahrzeug zu erneuern, der Ford wies schon einige technische Mängel auf.

 

Im Jahre 1977 stellt sich die Wehr der Leistungsbewertung "Silberne Plakette" mit Erfolg. Zu den Einsätzen in diesem Jahr zählte die Absperrung bei einer Oldtimer-Rally, Brandschutz in Schwienköben, Hilfeleistungen bei Bränden in Rethwischdorf, Stubben und Altenweide sowie das Beseitigen von Sturmschäden und diversen Arbeitseinsätzen in der Gemeinde. Auch das erhoffte neue Feuerwehrfahrzeug vom Typ TSF VW LT 31 (21.155,-- DM) der Wehr im März des gleichen Jahres übergeben. Mit der Schließung der Gastwirtschaft Jansen (Inhaber K.-H. Peter) ging 1984 wieder ein Stück Schmachthagener Dorfgeschichte zu Ende. Hiermit verlor die Wehr ihren Versammlungs- und Veranstaltungsraum. Um weiterhin gemütlich feiern zu können, bauten die Kameraden die Räumlichkeiten im Gemeinschaftshaus für diese Zwecke um. 1978 zählte die Wehr 30 aktive Kameraden, der erste Blutspendetermin wurde organisiert. Zu einem Großfeuer in Klein-Boden und einem Ölschaden auf Gut Krummbek wurden die Kameraden im gleichen Jahr gerufen, ferner wurden dreimal Keller gelenzt. Der Winter 1978/79 kam, wie auch 10 Jahre zuvor, mit sehr viel Schnee, Hilfeleistungen waren selbstverständlich, alle schaufelten mit und heiße Getränke standen hinter jeder größeren Schneewehe. Die nächsten Jahre verliefen sehr ruhig ab. Die Kameraden trafen sich jeden 1. Sonntag im Monat zum Dienst und festigten ihren Ausbildungsstand. Im Monat April und Mai übte die Gruppe für die Schnelligkeitsübung zum Amtsfeuerwehrfest.

Zu Pfingsten wurde in Steinhorst am Volkswandertag "Rund um den Wehrendsteich" mit marschiert. Im Herbst stand für die Gruppe der 10-km-Marsch und die Amtsübung auf dem Programm.

Am 7. Mai 1983 feierte die Wehr ihr 75jähriges Bestehen. Es sollte ein großes Fest werden, dazu wurde für das Brandmanöver ein Fachwerkhaus errichtet, aus dem eine verletzte Person geborgen werden musste. Ein alter Pkw musste für eine Schaumlöschungsvorführung hergerichtet werden. Auf dem Schulhof wurde das Zelt des Kameraden Werner Schöttler aufgebaut. Einladungen ergingen an die Wehren Pölitz, Barkhorst und Klein-Boden sowie an den Bürgermeister mit Gemeindevertretung, Amtswehrführer mit Stellvertreter, Kreisbrandmeister mit Stellvertreter und an den Landrat. Nach der Vorführung begann der Kindertanz, der Abend wurde mit einem gemütlichen Festball fortgesetzt.

"Bronzenes Beil". Am Anfang des Jahres absolvierte die Wehr einen Erste-Hilfe-Lehrgang. Danach folgten diverse Übungen, um den Ausbildungsstand gleichmäßig zu festigen und im Oktober war es soweit, die Bewertung wurde beim Landwirt Hans Sievers durchgeführt.
Lage: Aus unbekannter Ursache ist in der Scheune des Kameraden Hans Sievers ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer wurde rechtzeitig entdeckt, die FF Schulenburg wurde ordnungsgemäß alarmiert, dennoch schlagen beim Eintreffen der Feuerwehr die Flammen bereits aus dem Dach. Mäßiger bis starker Wind aus südöstlicher Richtung. Wasserentnahme aus dem Löschwasserteich.

Ein Gebäudeeinsturz im Stubber Weg und ein Garagenbrand in der Twiete waren die Einsätze in den Jahren 1984 und 1985, die Wehren Barkhorst, Klein-Boden und Pölitz unterstützten bei der Hilfeleistung. Im März 1986 wurde die 28 Jahre als Deutz / TS in den Ruhestand geschickt und gegen eine neue vom Typ Bachert ersetzt, zusätzlich erhielt die Wehr drei Handsprechfunkgeräte. Die Deutz / TS befindet sich noch heute einsatzbereit in dem Besitz der Feuerwehr Schulenburg und wird als Oldtimer gepflegt. Die Feuerwehr Schulenburg richtete 1986 erstmals das Amtsfeuerwehrfest im Ortsteil Schmachthagen aus.

Weitere Einsätze waren ein Schornsteinbrand im Stubber Weg, zweimal blinder Alarm und das Löschen eines in Brand geratenen Strohwagens auf der Dorfstraße sowie die Beseitigung einer Ölspur. Die Gemeinde beabsichtigt, eine zusätzliche Sirene in der Twiete / Stubber Weg aufzustellen.
 

Auf der Jahreshauptversammlung 1989 unterrichtet der Bürgermeister Rainer Westphal die Kameraden von dem geplanten Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit sanitären Anlagen. Die Feuerwehr verpflichtete sich, mit Eigenleistungen den Umbau zu unterstützen. Die Bauaufsicht wurde dem Kameraden Werner Ramm übertragen. Mit genau 1.129 Arbeitsstunden fast ausschließlich an den Wochenenden "schafften" sie den Anbau. In einer kleinen feierlichen Veranstaltung weihten die Kameraden mit der Gemeindevertretung, der Feuerwehr Pölitz und Abordnungen benachbarter Wehren am 17.02.1990 das neue Feuerwehrgerätehaus ein.

Auf der Herbstversammlung 1990 informierte der Wehrführer Heinz Dabelstein über die Entscheidung der Gemeinde Pölitz, für die Wehr Schulenburg ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Ganze zwei Jahre mussten die Kameraden noch warten, bis das Fahrzeug vom Typ Mercedes Benz am 20. Juni 1992 übergeben wurde. Dieses Fahrzeug verfügt über einen 500 Liter Wassertank mit 30 m Druckschlauch für den Erstangriff. Vier Atemschutzgeräte und ein Stromaggregat mit Ausleuchtungszubehör gehören ebenfalls zur Ausstattung. Diese Version (TSFW), war das erste dieser Art im Kreis Stormarn. Die Umbauten am Gerätehaus und technischen Erneuerungen wurden seit 1979 unter Bürgermeister Rainer Westphal durchgeführt.

Bei den nachfolgenden Einsätzen der Jahre 1992 bis 1995 Flächenbrände in Schmachthagen, Pölitz und Barkhorst, Ausleuchten bei Sturmschäden und Lenzeinsätzen, Fahrzeugbrand im Schmachthagener Weg , Mähdrescherbrände beim Landwirt Hagen und Holst, zeigte sich die neue Technik als ein wirksames Mittel gegen den "Roten Hahn".

 

 2000

Seit dem Jahr 2000 üben die Atemschutzgeräteträger zusätzlich einmal im Jahr an unterschiedlichen Objekten im Ort. Gemeinsam mit den Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr Pölitz wurde im Jahr 2007, in den Übungshäusern der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Wittenborn, ein Einsatz simuliert.

Weltweit im Netz! Unter „www.feuerwehr-schulenburg.de“ startete am 1.1.2002 der Internetauftritt der Feuerwehr Schulenburg. Informationen über die Geschichte, technische Ausrüstung, Brandschutz und Videos rund um die Wehr sind zu sehen. Ungefähr 40.000 Besucher haben sich die Seiten und Video-Clips bis jetzt angesehen. Die Website wurde von der Firma Dräger Safety mit drei Helmen bewertet.

Aus dem Jahresbericht 2007 ist zu entnehmen das die Wehr zu zwei ernsten Einsätzen ausrückte zum einen wurde ein Keller in Schmachthagen gelenzt und die Kameraden unterstützten die Schwesterwehr Pölitz beim löschen eines Tracktorbrandes. Fast 20 Aktivitäten vom Tannenbaumverbrennen bis zur Sicherung des Laterneumzuges wurden von den Kameraden durchgeführt und 286 Stunden wurden gemeinnützige Arbeiten für die Gemeinde geleistet.

Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum erhielt die Remise einen neuen Anstrich sowie ein entsprechendes neues Logo.

 2010

Auch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends passiert so einiges. Bis zum Jahr 2015 sehen wir drei Wehrführer, ein neues Fahrzeug und die Ausstattung aller Einsatzkräfte mit digitaler Alarmierung. Es gab sehr einsatzarme Jahre und sehr einsatreiche Jahre, die Spanne reichte von 1 bis zu fast 40 Einsätzen pro Jahr. Besonders herausragend war der Einsatz rund um den Tornado , der Schmachthagen mit voller Wucht traf und insgesamt mehr als hundert Bäume entwurzelte und mehrere Dächer beschädigte oder gleich ganz wegwehte.

Die neue Fahrzeugtechnik ist mit einem gebrauchten Fahrzeug und einer sehr guten Ausstattung (2400 l Wasser und einer 10-2000 als Pumpe) eine Rarität im Amt und Kreis. Geschuldet ist diese "Aufrüstung" der Demographie (mit mehr Technik weniger Personal ausgleichen) und dem Gefahrenschwerpunkt eines Pflegeheimes im Ausrückebereich. Durch zahlreiche Spenden konnte auch ein Wasserwerfer beschafft werden mit einer maximalen Leistung von 3000 l/min. ein wirksames Einsatzmittel bei wenig Personal.